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Begegnung mit der Geschichte in Frankfurt

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Nachdem sich die R10a in den letzten Wochen im Geschichts-, Religions- und Ethikunterricht intensiv mit der Judenverfolgung im Dritten Reich beschäftigt hatte, besuchten wir am 31.3. die Erinnerungsstätte an der Großmarkthalle in Frankfurt.


Ende der 1920er Jahre war die Großmarkthalle eine architektonische Sensation. Doch dort sollten wenige Jahre später vor den Augen der Gesellschaft Verbrechen ausgeführt werden. Von 1941 bis 1945 benutzte die Geheime Staatspolizei den Keller der Großmarkthalle als Sammelplatz für die verfolgten Juden. Nahezu 10.000 Menschen wurden von hier mit Zügen gewaltsam in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt und ermordet. Die Erinnerungsstätte beschreibt den Weg, über den die jüdischen Frauen, Kinder und Männer aus der Stadt zur Großmarkthalle und dann ihrer Menschlichkeit beraubt zu den Gleisen getrieben wurden.
Das Gelände nahe der EZB ist nur im Rahmen einer Führung zu begehen und unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen. Auf dem Gelände begegneten uns Zitate von Opfern, Zeuginnen und Zeugen der Deportationen. In Verbindung mit historischen Fotos und Situierungen wurde die Dimension der R10a recht schnell deutlich. Besonders im Kellergewölbe, das z.T. noch zugänglich ist, herrschte eine bedrückende Stimmung. „Ich weiß nicht, was vor mir liegt, vielleicht ist das gut so." Dies hat Ernst Ludwig Oswalt 1942 in einem Abschiedsbrief an seinen Freund notiert. Was mit ihm passierte, bleibt unklar, er kam jedoch nicht wieder zurück. Schließlich haben nur knapp 200 Menschen, die aus Frankfurt deportiert worden sind, überlebt.

In einer abschließenden Diskussion und einer Gruppenarbeit zu authentischen Quellen aus Frankfurt und Hanau, wurde den Schülerinnen und Schüler noch einmal bewusst, dass die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht im Geheimen, sondern vor den Augen der Öffentlichkeit geschahen. Wohnungsgesuche, Versteigerungen, Auflistungen von Besitztümern und Bittbriefe an die SS machten dies in der Quellenarbeit mehr als deutlich. Ausreden oder Aussagen wie „Wir wussten von nichts" oder gar die Leugnung des Holocausts und der Judenverfolgung können von der R10a nun sachlich mit historischem Hintergrundwissen sehr einfach entkräftet werden.

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